Ein Land in Bewegung
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist ein wichtiger Eckpfeiler unserer Mobilität. In Nordrhein-Westfalen legen mehr als 2,4 Milliarden Fahrgäste jährlich fast 21 Milliarden Kilometer mit Bussen und Bahnen zurück. Nur ein effizientes Zusammenspiel aller Verkehrsmittel wie Nahverkehrszüge, Stadt- und Straßenbahnen, Regional- und Stadtbusse in einem Gesamtnetz ermöglicht diese immense Beförderungsleistung.
Mit rund 100 Mio. Zugkilometern pro Jahr sorgen die Nahverkehrszüge von 10 Eisenbahnverkehrsunternehmen für eines der dichtesten Zugangebote des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Deutschland. Bereits seit 1998 verkehren landesweit alle Nahverkehrszüge (d.h. RegionalExpress, RegionalBahn und S-Bahn) im so genannten "Integralen Taktfahrplan (ITF)". Die zweite Stufe des ITF wurde zum Dezember 2002 umgesetzt und hat den dichten Taktverkehr weiter ausgebaut.
Moderne Stadt- oder Straßenbahnnetze bilden in elf Großstädten zwischen Rhein und Weser das Rückgrat des städtischen und des Städte verbindenden Nahverkehrs. Sie werden kontinuierlich weiterentwickelt und ständig modernisiert.
In vielen Klein- und Mittelstädten sorgen Stadtbus-Systeme für ein hochwertiges ÖPNV-Angebot. Abseits der Schienenkorridore übernehmen Regionalbuslinien die Verbindung der Städte und Gemeinden untereinander. Sie fahren vielfach bereits im modernen Taktverkehr und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum landesweiten ÖPNV-Angebot.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat in seiner ÖPNV-Politik bereits sehr frühzeitig durch die Gründung von Verkehrsverbünden und Verkehrsgemeinschaften auf die Einführung von Gemeinschaftstarifen in den Verkehrsräumen hingewirkt. In jedem der 9 Verkehrsräume ist das gesamte Nahverkehrsangebot in Verbund- und Gemeinschaftstarife eingebunden. Für Fahrten zwischen den Regionen ist im Jahr 2005 der NRW-Tarif eingeführt worden, der Fahrten von Haustür zu Haustür mit einem einzigen Fahrausweis ermöglicht.
Die Förderung des ÖPNV hat Tradition in Nordrhein-Westfalen. Ziel der neuen ÖPNV-Politik des Landes ist es, durch Zuweisung von Pauschalen die Eigenverantwortung der kommunalen Aufgabenträger für den ÖPNV zu stärken. Mit den verbleibenden Fördermitteln werden landesweite Entwicklungen und Harmonisierungen von überregionaler Bedeutung unterstützt und besonders innovative Projekte oder Projekte von landesweitem Interesse gefördert.
Die Pauschalierung schafft zusätzliche Freiheitsgrade in der zielgerichteten Verwendung der Mittel und gibt den Regionen mehr Gestaltungsmöglichkeiten im Nahverkehr. Dies schafft landesweit die Grundlage zur Sicherung und zur Weiterentwicklung des Nahverkehrs und unterstreicht den hohen Stellenwert des ÖPNV in der nordrhein-westfälischen Verkehrslandschaft.
Die Landesinitiative
Die Landesinitiative "Der neue Nahverkehr in NRW" wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Mit ihr stellt die Landesregierung wichtige Politikfelder im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) dar und zeigt an Beispielen kundenfreundliche, innovative und wirtschaftlich interessante Lösungen unserer Verkehrsprobleme auf. Besondere Projekte werden auf diesem Wege schnell einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich.
Die Landesinitiative bietet Experten in Fachverwaltungen, bei Verkehrsunternehmen und in der Industrie sowie Beratern, aber auch interessierten Laien und angehenden Fachkräften an Hochschulen ein Forum zum Erfahrungsaustausch und zur Kontaktnahme. Auf diese Weise sollen die besten Erfahrungen und Ideen kommuniziert und möglichst schnell umgesetzt werden. Die wichtigsten Ziele sind hierbei:
- den Informationsaustausch mit der Fachöffentlichkeit zu fördern,
- Entwicklungen im öffentlichen Verkehr zu harmonisieren,
- die Verkehrspolitik des Landes darzustellen.
Als Informations- und Kontaktquelle der Fachplanung dokumentiert eine Wissens- und Erfahrungsbasis im Internet zahlreiche Aktivitäten und Projekte im ÖPNV. Unter verschiedenen Rubriken können Fachleute auf diese Weise schnell die wichtigsten Fachberichte, Erfahrungen aus Pilotprojekten und Adressen der Akteure ermitteln.


